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Preise & Kalkulation

Wie hoch ist die Provision bei Personalvermittlung in Österreich?

5 min Lesezeit

Wer in Österreich erstmals einen Personalvermittler beauftragt, fragt zu Recht: Was kostet das? Die Antwort hängt vom Modell ab — und vom Niveau der zu besetzenden Position. Diese Übersicht zeigt Ihnen marktübliche Provisionsmodelle und gibt Orientierung, wann Vermittlung sich rechnet.

1. Die drei gängigen Provisionsmodelle

Modell 1: Prozent vom Jahresbruttogehalt

Das mit Abstand häufigste Modell. Übliche Bandbreite in Österreich:

  • 15 – 25 % des Bruttojahresgehalts der vermittelten Person
  • Niedrigeres Ende (15 – 18 %): Standardpositionen, hohe Verfügbarkeit am Markt
  • Mittleres Ende (20 %): typische Fachkraft-Vermittlung
  • Höheres Ende (25 – 30 %): Spezialisten, Führungskräfte, schwer findbare Profile

Beispiel: Vermittlung einer Köchin mit Jahresbruttogehalt € 32.000 → Provision bei 20 % = € 6.400 einmalig

Modell 2: Bruttomonatsgehälter

Klassisches Modell mit klarer Rechnung:

  • 1 Bruttomonatsgehalt: einfache Positionen, Schnellvermittlung
  • 1,5 – 2 Bruttomonatsgehälter: Standard-Vermittlung
  • 2 – 3 Bruttomonatsgehälter: spezialisierte Profile

Beispiel: Servicekraft mit € 2.200 Brutto/Monat × 2 = € 4.400 Provision

Modell 3: Fixhonorar

Selten in Österreich, eher für Standard-Massenpositionen oder Pauschalpakete:

  • € 1.500 – 3.500 für Hilfskräfte / Aushilfen mit Festanstellung
  • € 3.500 – 7.000 für klassische Fachpositionen

Modell 4: Retainer (für Senior-Positionen)

Bei Executive Search und Senior-Suche oft:

  • Drittelung: 1/3 bei Auftragsstart, 1/3 bei Shortlist-Präsentation, 1/3 bei Einstellung
  • Insgesamt 25 – 33 % des Jahresbruttogehalts
  • Typisch für Positionen ab € 80.000 Jahresbruttogehalt

2. Welche Modelle wann?

Hospitality / Gastronomie (Service, Bar, Küche)

Üblich: 1,5 – 2 Bruttomonatsgehälter bzw. 15 – 20 % Jahresgehalt. Schnell und unkompliziert.

Hotellerie (Rezeption, F&B-Service, Housekeeping)

Üblich: 2 Bruttomonatsgehälter oder 20 % Jahresgehalt. Bei mehrsprachigen Spezialisten oft + 5 – 10 %.

Logistik / Lager (Lagerist, Stapler, Vorarbeiter)

Üblich: 1 – 1,5 Bruttomonatsgehälter. Pool ist relativ groß.

Reinigung (Hilfskräfte, Vorarbeiter:innen)

Üblich: Fixhonorar € 1.500 – 3.000 oder 1 Bruttomonatsgehalt.

Spezialisten (Sushi-Koch, Sommelier, Spa-Therapeut, F&B-Manager)

Üblich: 20 – 30 % Jahresgehalt, manchmal mit Retainer.

3. Garantie und Risikoabsicherung

Eine seriöse Personalvermittlung gibt eine Probezeit-Garantie. Marktstandard in Österreich:

  • 3 Monate Garantie: bei vorzeitiger Kündigung durch eine der beiden Seiten → Nachvermittlung oder Teilerstattung
  • 6 Monate Garantie: bei Senior-Positionen üblich
  • Volle Erstattung: meist nur in den ersten 4 – 8 Wochen
  • Teil-Erstattung (z. B. 50 %): in den restlichen Garantiemonaten
  • Nachvermittlung: ohne Zusatzkosten, dafür neue Suche

Worauf Sie achten sollten: Garantie greift nur, wenn die Kündigung nicht aus betrieblichen Gründen erfolgt (Umstrukturierung, Insolvenz etc.).

4. Wann ist die Provision fällig?

Marktüblich in Österreich:

  • Bei Unterzeichnung des Arbeitsvertrags — Rechnung folgt
  • Zahlungsziel 14 – 30 Tage netto
  • Teilweise Anzahlung 50 % bei Vertragsunterzeichnung, Rest nach Antritt der Arbeit (für höheres Sicherheits-Profil)

5. Worauf Sie achten sollten

5.1 Transparenz im Angebot

  • Schriftliches Honorar-Angebot vor Vertragsabschluss
  • Klare Definition: „Vermittlungserfolg" = Vertragsunterzeichnung? Erste Arbeitswoche? Probezeit überstanden?
  • Garantie-Bedingungen schwarz auf weiß

5.2 Exklusivität vs. Mehrfachbeauftragung

Manche Vermittler arbeiten nur exklusiv (= Sie dürfen keinen anderen Vermittler beauftragen). Vorteil: höhere Priorität in deren Pipeline. Nachteil: weniger Flexibilität.

Für Standardpositionen ist Nicht-Exklusivität oft besser — Sie beauftragen 2 – 3 Vermittler parallel, der Schnellste gewinnt. Für Senior-Positionen ist Exklusivität meist sinnvoll.

5.3 Direkter Mitarbeiterkontakt

Klärung: Wer hat den ersten Kontakt zur Person? Wer führt das Erstgespräch? Wer bereitet die Vertragsverhandlung vor? Je mehr der Vermittler vorab tut, desto eher rechtfertigt sich die Provision.

6. Konkrete Kosten-Beispiele

Beispiel A: Servicekraft (4-Sterne-Hotel)

  • Bruttojahresgehalt: € 28.000 (€ 2.000 × 14)
  • Provision bei 1,5 Bruttomonatsgehältern: € 3.000
  • Provision bei 20 % Jahresgehalt: € 5.600
  • Vermittler-Tipp: bei 1,5 Monatsgehältern (€ 3.000) gut verhandelt

Beispiel B: Souschef Restaurant

  • Bruttojahresgehalt: € 42.000 (€ 3.000 × 14)
  • Provision bei 2 Bruttomonatsgehältern: € 6.000
  • Provision bei 22 % Jahresgehalt: € 9.240
  • Marktüblich: € 7.000 – 8.500

Beispiel C: F&B-Manager

  • Bruttojahresgehalt: € 65.000 (€ 4.642 × 14)
  • Provision bei 25 % Jahresgehalt: € 16.250
  • Retainer-Modell: 3 × € 5.500 = € 16.500 mit Garantie 6 Monate

Fazit

Personalvermittlung in Österreich kostet realistisch 1 – 3 Bruttomonatsgehälter bzw. 15 – 30 % des Jahresgehalts, je nach Position und Komplexität. Was zählt: nicht nur die Höhe der Provision, sondern auch Garantie, Transparenz und Vermittlungsqualität.

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